Abspecken Part 1 – Mein Gewichtsverlust

Eigentlich wollte ich niemals eine sein, die Blogeinträge über ihren Gewichtsverlust schreibt. Das hat eigentlich nie zu mir gepasst und ich hätte es auch nie von mir erwartet. Aber andererseits gehört der Blog zu mir und hier soll alles seinen Platz finden, was mich begeistert, mich motiviert und das in meinem Leben so passiert. Da gehört mein Gewichtsverlust natürlich dazu. Da ich jetzt schon in etwa 1/3 des geplanten Gewichts verloren habe, wollte ich den ersten Teil bis hierhin beschreiben.

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Stand: Anfang/Mitte Juni 2016

Der Anfang

Angefangen hat die Reise dieses Mal (ja, dieses Mal!) circa im Februar. Ich überlegte eine Weile, mir einen Fitnesstracker zu zulegen. Wie ihr wahrscheinlich wisst, habe ich das dann auch getan und schon eine Review darüber geschrieben (nämlich hier).

Irgendwie hat es dann direkt das berühmte „Klick!“ gemacht und ich bin mehr zu Fuß gegangen (natürlich weil es am Anfang auch extrem spannend war, die Schritte-Anzahl wachsen zu sehen ;)) und bin im Büro einfach mal öfter aufgestanden, eine kleine Runde um den Tisch oder über den Flur als Bildschirmpause.
Ich habe es schon einmal geschafft, von meinem permanenten Übergewicht runter zu kommen, doch damals war das alles andere als gesund. Natürlich bin ich recht schnell wieder in mein altes Ess-Muster gefallen und dann hat mein Gewicht nicht lang gehalten. Das wollte ich diesmal ändern, es soll dauerhaft sein.

Ernährungsumstellung

Einen Fehler wollte ich beim diesmaligen Gewichtsverlust auf keinen Fall wieder machen: hungern und verzichten. Mir war extrem wichtig, dass ich diesmal meine Ernährung richtig umstelle und mich daran gewöhne, gesünder zu essen. Es sollte ein gesunder Mittelweg sein zwischen „Zurückhaltung“ und „heute gönn ich mir mal was!“ ohne Reue und ohne Frust.
Ganz wichtig war für mich, dass ich einsehe, dass ich nicht standardmäßig eine zweite Portion brauche. Die gab es nämlich immer.
Auch zu wissen, was akzeptabel ist als kleiner Snack bei kleinem Hunger und was wirklich eine richtige Mahlzeit ist, das war enorm hilfreich. Ein Ernährungstagebuch ist da Gold wert! Es hilft, Kalorien besser abschätzen zu lernen und welche Lebensmittel es ruhig öfter, welche es weniger oft geben sollte.
Natürlich gönne ich mir auch mal eine Pizza, dafür gibt es dann eben mittags nur einen Salat und einen langen Abend-Spaziergang.
Zusammengefasst kann ich sagen: Ich achte darauf, mehr Kalorien zu verbrennen, als ich zu mir nehme. Abends gibt es jetzt sehr sehr häufig einen knackigen Salat mit leckerer Tomate und Gurke und und und. Mit dem Prinzip kann ich mir zwischendurch auch mal eine Pizza gönnen.

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Bewegung

Bewegung ist natürlich auch recht wichtig, das kann man sich denken. Leider ist Sport nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung.
Am Anfang war es reine Quälerei für mich, abends noch eine Runde spazieren zu gehen und der innere Schweinehund ließ sich nicht sehr häufig überwinden. Auch jetzt gibt es immer noch Phasen wo ich aktiver bin und Phasen, in denen ich weniger aktiv bin. Gerade wenn ich innerlich aufgewühlt bin, ist eine Runde spazieren gehen aber wirklich Balsam für die Seele, das habe ich aber inzwischen gemerkt. Einfach in gemütliche Klamotten schmeißen, Musik anwerfen und los gehts. Nicht lange überlegen hilft da bei mir ganz gut, sonst kommen im Kopf die Ausreden auf. Denen versuche ich, gar nicht erst eine Chance zu geben. Natürlich scheitere ich auch da manchmal, aber oft genug funktioniert es. Es hilft auch schon, öfter kleine Umwege zu laufen oder zum Kollegen zu sagen: „Ach, lass, ich geh eben selbst in die Küche!“. Da läppert sich einiges zusammen! 🙂

Und das Ergebnis?

Das Ergebnis ist, dass ich jetzt schon ~13 Kilo abgenommen habe. Die Zahl macht mich immer wieder baff.  Das sind circa 13 1-Liter-Flaschen, 26 Pfund-Pakete Hackfleisch, fast 3 Pakete Katzenstreu zu 5 Kilo. (!)
Bei meinem recht großen Übergewicht ist das nur der Anfang, ungefähr ein Drittel meiner Reise ist geschafft. Seit einigen Wochen habe ich die 100-Kilo-Marke geknackt und hab mich darüber tierisch gefreut!
Mittlerweile gab es schon einige Kommentare von Arbeitskollegen, wieviel ich schon abgenommen habe. Auch von Kollegen, die ich fast gar nicht sehe und die die Pläne gar nicht kannten. Mein Korsett passt mir wieder besser, einige andere Klamotten werden lockerer und ein Shirt, das ich im Januar kaufte sitzt nun so locker, dass ich es echt gerne trage.
Auch im Gesicht sieht man mir die Veränderung definitiv an:

Zwischen den beiden Bildern liegen rund 10 Kilo Unterschied. Im Vergleich bin ich immer ganz baff, wenn ich das so sehe. Das motiviert und spornt an, weiter zu machen.
Ein positives Erlebnis ist mir auch noch frisch im Kopf: Wir stehen vor einem leeren Laden, der Beste tippt etwas auf seinem Handy und ich sehe in den Laden. Ich sehe im Schaufenster mein Spiegelbild, stehe ganz gerade da … und sehe meine Schlüsselbeine. Schlüsselbeine, Leute! Bei mir! Das ist jahrelang nicht mehr vorgekommen und ich habe mich gefreut. Natürlich sind sie noch nicht sehr definiert und man muss schon genau hinsehen, aber man sieht sie. So ein Erfolg für mich 🙂

Ganz wichtig für mich:

Ich mach mir keinen Stress und setze mich nicht unter Druck. Wenn ich den einen Tag eben nur knapp unter dem Verbrauch bleibe, dann trete ich eben am nächsten Tag ein bisschen mehr zurück. Ich habe Hunger auf Pizza? Dann gibt es Pizza. Möchte ich Schoki? Gut, dann gönne ich mir ein Stück.
Ein paar Tipps, die mir sehr geholfen haben, möchte ich auch an euch weiter geben. Inwiefern sie für euch sinnvoll sind oder euch helfen, müsst ihr selbst entscheiden:

  • Ich wiege mich nur einmal die Woche und zwar samstags morgens. So kommt kein Frust auf, wenn ich am einen Tag doch einmal 200g zunehme. Über die Woche gesehen ist es dann trotzdem insgesamt weniger.
  • Wenn ich Hunger auf Süßes habe, dann gebe ich manchmal nach. Dann nehme ich mir eine Schüssel und wiege mir eine Portion ab. Danach stelle ich die Süßigkeit wieder in den Schrank, esse meine Schüssel auf und trickse mich so aus, weil die Schüssel ja leer ist.
  • Essen durch Langeweile oder Frust gibt es einfach nicht mehr. Ich mache mir Gedanken, warum ich jetzt das Bedürfnis habe, etwas zu essen. Appetit? Langeweile? Nein. Das sehe ich einfach nicht ein. Das sind für mich die falschen Gründe, etwas zu essen.
  • Keine Diätmittel. Damit lerne ich kein gesundes Verhältnis zu essen, was ich ganz dringend lernen musste. Setze ich diese nämlich wieder irgendwann ab und esse wie vorher, nehme ich wieder zu.
  • Nicht zu viel auf einmal. Mehr als ein Kilo die Woche weniger ist (in meinen Augen) ungesund. Ein Kilo höchstens reicht mir vollkommen.

Mein Fazit bzw. Plan für den Gewichtsverlust:

Ihr seht also, es ist kein Hexenwerk. Das klingt eigentlich so blöde, dass ich das am liebsten wieder löschen mag. Noch vor ein paar Monaten hätte ich selbst gesagt: „Ja, das sagst du so einfach!“. Aber wenn der Schalter sich umlegt, wenn es „klick!“ macht, dann geht das. Wie man den Schalter am besten umlegt, das habe ich leider selbst noch nicht erfahren.
Wenn der Schalter aber einmal umgelegt ist und man ein gesundes Verhältnis zum Essen gefunden hat, ist das wirklich machbar. Ich verzichte nicht und ich leide nicht, ich fühle mich ganz wohl mit meinen kleinen, aber feinen Erfolgen.
Bis jetzt habe ich vor, noch einmal doppelt so viel abzunehmen. Ich würde gerne an die 70 Kilo in etwa kommen. Das wird noch eine lange Reise, aber die wird es wert sein.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr auch schon einmal so viel Gewicht verloren? Habt ihr noch Tipps oder Motivationen für mich? Gerne auch irgendein Feedback, immer her damit! 🙂

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11 Comment

  1. Hallo. Dann gebe ich mal meinen Kommentar-Einstand auf dem Blog. Zu einem Ernährungsthema? Meinetwegen auch dazu.

    Kein Hexenwerk, Klick machen, Bewegung und Ernährung. Das kommt mir bekannt vor. Meine eigene Erfahrung sagt mir: Du hast alles phänomenal richtig gemacht. Auch die „Tricks“ kommen mir bekannt vor. Ich habe zwar kein Ernährungstagebuch geführt, aber Wochenpläne geschrieben, die Kalorienzahl der wichtigsten Lebensmittel auswendig gelernt … Und die Waage benutze ich bis heute. In der Küche vor Allem bei „heiklen“ Lebensmitteln wie Nudeln, Reis und Konsorten. Im Bad auch einmal pro Woche (aus den gleichen Gründen wie du).
    Mich hat es motiviert (und motiviert es bis heute), mein Gewicht auch zu notieren (und den anderen Kladderadatsch wie Körperfettanteil und Muskelmasse). Ich blättere manchmal durch mein Büchlein und sehe amüsiert, wie es trotz einiger Ausreißer nach oben kontinuierlich weniger wurde, dann langsam wieder anstieg, als ich angefangen habe, Muskelaufbautraining zu betreiben (statt Ausdauersport).
    Ich glaube nicht, dass es ein Rezept für das Umlegen des Schalters gibt, umso stolzer kannst du auf dich sein. Und lass dich nicht entmutigen: Die ersten Kilos sind immer die einfachsten, die letzten sind die Schwierigen, weil einem die Trainingsmasse des eigenen Körpers fehlt. 😉

    Herzlichen Glückwunsch … Und da es dir Spaß macht: Weiter so. 🙂

    1. Vicky says: Antworten

      Danke für die tollen und aufbauenden Worte!

  2. Toller Post, du bist absolut auf dem richtigen Weg. Denn wer sich selbst geisselt gibt schnell wieder auf, man muss sich auch immer fragen, will ich den Rest des Lebens mit Kalorienzählen und schlechtem Gewissen verbringen? Wohl kaum, es macht unglücklich sich alles zu verbieten. Genauso unglücklich werde ich übrigens im Fitnessstudio XD Ich bin da eher der Typ Hometrainer. Zu deiner Frage. Ja ich habe mal 20 Kilo abgenommen, davon 10 Kilo Schwangerschaftsbedingt. Auf meine Grösse von 1,60 cm war das ganz schön viel. Ich fühlte mich einfach nicht wohl. Weiterhin viel Erfolg 🙂

    Liebe Grüsse

    Flowery

    1. Vicky says: Antworten

      Vielen lieben Dank! Ich geh auch nicht ins Fitness-Studio, ich mach das über Spazieren gehen und schwimmen 🙂
      Ich bin auch nur um die 1,63m, da war mir mein Gewicht auch einfach zu viel. Es wäre übertrieben zu sagen, dass ich mich jetzt so viel wohler fühle, aber ein Stückchen besser wird es mit jedem Kilo! Defintiv besser als zu Beginn meines Abnehmens 🙂

  3. Wow, das ist eine tolle Erfolgsstory bzw. der Anfang davon! Ich finde es super, dass Du diese persönliche Erfahrung und Deine Tipps teilst.Wenn es klick gemacht hat, wirst Du dein Ziel bestimmt erreichen!
    Viele Grüße,
    Tea

    1. Vicky says: Antworten

      Eigentlich wollte ich es nicht, da ich nicht angeben wollte. Aber vielleicht ist es für andere ganz hilfreich, sowas zu lesen und ich kann mir später durchlesen, wie der Anfang so gelaufen ist. Win-Win, vielleicht :>
      Es hat defintiv klick gemacht, sonst wäre ich nicht so am Ball geblieben und ich bin es ja immer noch.

  4. Zuerst einmal ein Kompliment: Tolle Haare! Hast du die immer so oder auch andere Farben?
    Und super, dass du mit einer Ernährungsumstellung abnehmen möchtest. Das ist eigentlich das einzige sinnvolle, alles andere funktioniert nicht wirklich, finde ich.
    Was mir sehr gut hilft: nur kalorienarme Getränke.
    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg dabei!
    Liebe Grüße,
    Tatjana

    1. Vicky says: Antworten

      Normalerweise habe ich meine Haarfarbe immer so alle 3 Monate geändert, diese gefällt mir selbst so gut, dass ich sie jetzt schon über ein Jahr so habe 🙂 danke!
      Ich habe auch vorher zu 95% Wasser getrunken, daher ist das kalorienarme Trinken für mich kein Problem. Ich denke auch dass alles andere wenig sinnvoll ist, sobald man wieder anfängt zu essen wie vorher bringt einem das sonst nämlich nix :/

  5. Ich finde sowas immer sehr bewunderswert! Obwohl ich dein Blog erst seit kurzen kenne, freue ich mich bereits jetzt total für dich 🙂

    Und das du über das Thema schreibst, liegt einfach daran, dass du so stolz auf dich bist. Zu recht!

    Ich habe mal 20 kg auf einen sehr ungesunden Weg abgenommen und werde es auch nie wieder so machen. Dank meiner Schwangerschaft war wieder einiges drauf und dank eines hippeligen 1-Jährigen Kind ist alles wieder runter… Die lässt mich aber auch nicht mal 5 Minuten ruhig sitzen XD

    Ich finde es gut, dass du dir kein Stress machst, denn das ist die Grundlage des scheiterns.. Sehe ich ganz oft.

    Zumindest bin ich jetzt gespannt wie es weiter geht =)

    LG
    Bammy

  6. Hallo Vicky,

    liest sich ja wirklich fast wie meine Abnehm-Geschichte 🙂

    Ich wiege mich übrigens täglich. Gerade weil das Gewicht mal vom einen auf den anderen Tag um ein Kilo schwankt, weiß ich, dass das nix heißt. Im Vergleich zum Ernährungstagebuch sehe ich nämlich, dass das wirklich nicht damit zusammenhängt, was ich am Vortag gegessen habe 🙂

    Viel Erfolg weiterhin!

    Viele Grüße
    Sven

  7. […] wie ich Mitte Juli meinen ersten Beitrag zum Abnehmen schrieb? Falls nicht, könnt ihr euch gerne hier noch einmal den Beitrag durchlesen. Heute möchte ich euch den Zwischenstand von Anfang Januar […]

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