[Books] „Selection“

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Heute gehts um ein Buch, von dem ich niemals gedacht hätte, dass ich es mögen würde: „Selection“ von Kiera Cass. Liebesgeschichten sind nämlich gar nicht mein Ding und Schnulzen überhaupt nicht. Aber das Buch ist wirklich so nicht-schnulzig, dass ich es inklusive seiner Nachfolger schon mehrmals gelesen habe. Damit ich mich auf den neuen Teil im Mai schon mal einstimmen kann, hab ich die Reihe vor kurzem noch einmal gelesen und gedacht, dass ich doch dann direkt darüber schreiben könnte 🙂

Allgemeine Informationen (bezieht sich auf die gebundene Ausgabe):

Titel: „Selection“
Autor: Kiera Cass
Verlag: Fischer Sauerländer
Preis: 16,99 €
Seitenanzahl: 366
Erscheinungsdatum: Original April 2012, Deutsche Übersetzung Februar 2013
ISBN: 978-3-7373-6188-0
Sonstiges: im Mai 2016 erscheint der fünfte Teil im Original, es gibt 2 Sammelbände für Kurzgeschichten aus verschiedenen Perspektiven rund um die Selection-Reihe.

Design und Cover:

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Das Cover ist wirklich außergewöhnlich und sticht wirklich hervor, selbst im Laden. Die nachfolgenden Teile sind alle im selben Stil gehalten, so dass die Bücher auch untereinander harmonieren.
Auch der Vorsatz innen ist vom Farbton her an das Cover angepasst, was ich sehr toll finde.

Auf dem Cover ist eine junge Frau in einem türkisen Kleid zu sehen, die sich in verschiedenen Posen in mehreren Spiegeln spiegelt. Die ganze Szene ist in einem Türkis-Ton gehalten und wirkt sehr stimmig. Meiner Meinung nach passt es perfekt zum Inhalt 🙂

Klappentext:

„Die Chance ihres Lebens? 35 perfekte Mädchen – und eine von ihnen wird erwählt. Sie wird Prinz Maxon, den Thronfolger des Staates Illeá, heiraten. Für die hübsche America Singer ist das die Chance, aus einer niedrigen Kaste in die oberste Schicht der Gesellschaft aufzusteigen und damit ihre Familie aus der Armut zu befreien. Doch zu welchem Preis? Will sie vor den Augen des ganzen Landes mit den anderen Mädchen um die Gunst eines Prinzen konkurrieren, den sie gar nicht begehrt? Und will sie auf Aspen verzichten, ihre heimliche große Liebe?“

Buchanfang:

„Meine Mutter war völlig ekstatisch, als wir den Brief bekamen. Für sie hatten sich damit all unsere Probleme auf einen Schlag gelöst. Es gab nur einen Haken an ihrem tollen Plan: mich. Ich halte mich nicht für eine besonders bockige Tochter, aber hier war für mich Schluss.
Ich wollte nicht zur Königsfamilie gehören. Und ich wollte keine Eins werden. Ich wollte es nicht mal versuchen.
Ich verkroch mich in meinem Zimmer, dem einzigen stillen Ort in unserem überfüllten Haus, und überlegte, wie ich Mom umstimmen konnte. Bislang hatte ich nur meine aufrichtigen Ansichten anzubieten … und die würde sie sich vermutlich nicht mal anhören.
Aber jetzt konnte ich Mom nicht länger aus dem Weg gehen. Es war bald Zeit zum Abendessen, und als ältestes Kind im Haus hatte ich das Kochen zu übernehmen. Ich zwang mich zum Ausstehen und begab mich in die Schlangengrube. Mom warf mir einen erbosten Blich zu, blieb aber stumm. Schweigend hantierten wir in Küche und Esszimmer herum, bereiteten Hühnchen, Pasta und Apfelschnitze zu und deckten den Tisch für fünf. Wenn ich mal aufblickte, schaute Mom mich so durchdringend an, als wolle sie mir auf diese Art ihren Willen aufzwingen. Das versuchte sie ständig. Wenn ich nicht auftreten wollte, weil die Auftraggeber grob und herablassend waren. Oder wenn ich den Hausputz übernehmen sollte, weil wir uns nicht mal mehr eine Sechs als Hilfe leisten konnte.
Manchmal bekam sie ihren Willen. Manchmal auch nicht. Aber in dieser Sache wollte ich mich umstimmen lassen.“

Lieblingsstelle(n):

„Und wofür kämpfen Sie?“ „Ich bin eigentlich aus Versehen hier.“
„Versehen?“ „Ja. Gewissermaßen. Das ist eine lange Geschichte. Jedenfalls bin ich jetzt hier. Und ich kämpfe nicht. Ich habe vor, das gute Essen zu genießen, bis man mich rauswirft.“
Er lachte laut und schlug sich sogar aufs Knie vor Vergnügen, was angesichts seiner förmlichen Haltung irgendwie bizarr wirkte.
„Was sind Sie?“, fragte er dann. „Wie meinen Sie das?“ „Eine Zwei? Eine Drei?“
Hörte er überhaupt zu? „Fünf.“
„Ah ja, dann ist Essen vermutlich ein guter Grund zum Hierbleiben.“ Er grinste. „Tut mir leid, ich kann Ihren Namen nicht lesen, es ist zu dunkel.“
„Ich bin America.“ „Prima.“ Maxon starrte in die Dunkelheit und lächelte vor sich hin. Irgendwie schien ihn die Situation zu amüsieren. „America, meine Liebe, ich hoffe, Sie finden in diesem Käfig etwas, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Nach diesem Erlebnis kann ich nur erahnen, welche Kräfte dann am Wirken wären.“
(S. 135)

Zusammenfassung:

Open me 🙂

Der Prinz von Illeá veranstaltet ein Casting, die Selection,  um seine Prinzessin zu finden. Auch die junge America Singer hat einen Brief erhalten, um sich für das Casting anzumelden. Da America aber bereits ihr Herz an Aspen vergeben hat, hat sie keinerlei Interesse an dem Casting teilzunehmen. Ihre Famillie und ihr heimlicher Freund bringen sie schließlich doch dazu, sich anzumelden und sie wird mit 34 anderen Mädchen ausgewählt, den Palast zu beziehen und den Prinzen für sich zu gewinnen.
America gelingt dies schnell – jedoch ohne, dass ihr etwas an Maxon liegt. Sie hält ihn für eingebildet und oberflächlich, ändert ihre Meinung aber nach und nach und es beginnt eine Freundschaft zwischen den beiden.
Schnell erklärt America dem Prinzen offen, dass es in der Heimat jemanden für sie gibt, diese Beziehung jedoch beendet ist. Kurz danach trifft auch Aspen im Palast ein – als neue Wache. America und Aspen wissen, was auf dem Spiel steht, wenn sie ihre Beziehung im Palast fortsetzen. Immer wieder greifen auch die Rebellen an und erschrecken die Mädchen zu Tode. Noch bevor America sich ihrer Gefühle für Maxon sicher ist, grenzt Prinz Maxon die Anzahl der Mädchen auf nur 6 Stück ein, nämlich die sogenannte Elite. Trotz ihrem anfänglichen Widerwillens befindet sich America immer noch unter diesen 6 Mädchen und bemerkt, dass sie sich längst in Maxon verliebt hat. Bei einem Gespräch teilt America Aspen mit, dass ihre Avancen ein Ende haben müssen, aber Aspen möchte weiterhin um America kämpfen.

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Gesamteindruck von „Selection“:

Mir wurde „Selection“ von einer Freundin empfohlen (danke nochmal! :*) und als ich es in der Bücherhandlung stehen sah, habe ich es einfach mal spontan mitgenommen, um aus meinem Beuteschema auszubrechen. Es enthält einen Teil Dystopie, der allerdings vernachlässigbar ist. Es wird ein Kastensystem aufgezeigt und das Setting spielt irgendwann nach dem vierten Weltkrieg. Viel mehr Informationen bekommt man leider nicht. Die Romanze zwischen America, Maxon und Aspen liegt auf jeden Fall im Vordergrund, was aber nicht weiter schlimm ist.
Man merkt, dass sich das Buch eher an ein jüngeres Publikum richtet, das hat mich aber tatsächlich kaum gestört. Es ist weniger anspruchsvoll als ich im ersten Moment gedacht habe, aber gerade das mag ich unter anderem an der Buchserie. Man sollte hier nicht viel denken, nur mitfühlen.
Die Liebesgeschichte wird, ohne zu kitschig zu sein, recht realistisch rüber gebracht. Es ist nicht die große, perfekte Liebe auf den ersten Blick, die Gefühle und das Knistern bauen sich langsam auf.
Americas Einfälle sind mitunter ganz amüsant, sie ist defintiv ein lebhafter und erfrischender Charakter im Vergleich zu den anderen Mädchen im Casting.
Das erste Buch der Selection-Reihe ist noch ein wenig flacher, dran bleiben lohnt sich defintiv. Im Verlauf der Serie wird das Buch vielschichtiger, auch was es mit den Rebellen auf sich hat, wird geklärt und man lernt die anderen Mädchen besser kennen. Leider wirken die anderen Kandidatinnen im ersten Buch nämlich nur ein wenig grob skizziert, was allerdings auch daran liegt, dass so viele Mädchen schon im ersten Buch ausscheiden und nur 6 Mädchen in die Elite aufgenommen werden, worum es im zweiten Buch geht.

Mein Fazit zu „Selection“: Leichte Unterhaltung, nichts wirklich anspruchsvolles. Aber durchaus geeignet, eine triste Zugfahrt unterhaltsam zu machen und defintiv keine öde Liebesgeschichte! Dafür gibts von mir 3 1/2 Kirschblüten. Ein absolutes Muss für alle Leser, die Liebesgeschichten lieben und schon immer mal Prinzessin werden wollten – oder sich das gar nicht vorstellen können 😉

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