[Books] „Die Bestimmung“

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Normalerweise gehe ich ja eher zögerlich an die Bücher ran, die schon jeder gelesen hat und die auch schon verfilmt wurden. Irgendwie widerstrebt es mir dann meist, diese zu lesen. Als ich aber mal wieder vor dem Bücherregal einer Buchhandlung mit einer größeren Auswahl gestanden bin, habe ich dann doch den Klappentext gelesen. Und der hat mich dann doch genug interessiert, so dass das Buch tatsächlich mit zur Kasse genommen wurde.
Ich hatte noch ein anderes Buch mitgenommen und dieses zuerst gelesen, mittlerweile habe ich das aber bereut. Denn „Die Bestimmung“ ist soo gut!

Allgemeine Informationen (bezieht sich auf die Taschenbuch-Version):

Titel: „Die Bestimmung“
Autor: Veronica Roth
Verlag: Goldmann
Preis: 9,99 €
Seitenanzahl: 475
Erscheinungsdatum: Original 2011, deutschsprachig 2012
ISBN: 978-3-442-47944-3

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Design und Cover:

Das Cover ist in dunklem Blau gehalten, bis auf das Logo der Ferox auf dem Cover. Auf dem unteren Ende des Buches sieht man die Silhouette einer Stadt.
Insgesamt ist das Cover eher düster und trist gehalten, nur das Logo erscheint hell und feurig.

Klappentext:

Fünf Fraktionen sind es, zwischen denen Beatrice sich entscheiden muss, als sie sechzehn wird. Es ist die wichtigste Wahl ihres Lebens, denn sie entscheidet über ihre Familie, ihre Freunde, ihre Feinde. Doch der Test, der über Beatrices innere Bestimmung Auskunft geben soll, zeigt kein eindeutiges Ergebnis: Sie ist eine Unbestimmte. Die aber gelten in der Welt, in der sie lebt, als hoch gefährlich…

Buchanfang:

In unserem Haus gibt es nur einen einzigen Spiegel. Er befindet sich hinter einer Schiebetür im Flur des oberen Stockwerks. Meine Fraktion gestattet es mir, jeweils am zweiten Tag eines jeden dritten Monats davorzustehen, immer dann, wenn meine Mutter mir die Haare schneidet.
Ich sitze auf dem Stuhl, meine Mutter steht mit der Schere hinter mir, meine Haare fallen als matter blonder Kreis um mich herum auf den Boden. Als sie fertig ist, streicht sie meine Haare nach hinten und bindet sie zu einem Knoten. ich bemerke, wie ruhig und konzentriert sie ist. Meine Mutter beherrscht die Kunst, sich selbst zu verleugnen. Von mir kann ich das nicht behaupten.
Als sie gerade mal nicht hinsieht, wage ich einen verstohlenen Blick auf mein Spiegelbild – nicht aus Eitelkeit, sondern aus Neugier. Innerhalb von drei Monaten kann man sich ziemlich verändern. Ein schmales Gesich, große runde Augen und eine lange, dünne Nase … ich sehe immer noch aus wie ein kleines Mädchen, dabei bin ich irgendwann in den letzten Monaten sechzehn geworden. Die anderen Fraktionen feiern Geburtstage, wir nicht. Das wäre selbstsüchtig.

Lieblingsstelle(n):

Meine Lieblingsstelle ist, als Four sich in der Grube, bei der Schlucht ein alkoholisches Getränk genehmigt und man das erste Mal klar seine Zuneigung zu Tris spürt. Es ist keine typische Liebesszene, man lernt eher den Four hinter der Fassade kennen und das gefällt mir an der Szene.

Plötzlich werde ich auf Four aufmerksam, er steht an der Schlucht, umringt von einer Menge Leute. Er lacht schallend, und zwar so sehr, dass er sich am Geländer festhalten muss, um sein Gleichgewicht nicht zu verlieren. Seinem rötlichen Gesicht und der Flasche in seiner Hand nach zu urteilen, ist er betrunken oder auf dem besten Wege dahin. Four strahlt sonst eine so eiserne, ja soldatische Disziplin aus, dass man manchmal ganz vergisst, dass er erst achtzehn ist.
[…]
„Tris!“ ruft Four in diesem Moment. Will und ich schauen uns an, halb überrascht, halb besorgt. Four lässt das Geländer los und kommt auf mich zu. Al und Christina bleiben stehen und Christina rutscht von Als Rücken. Sie starren uns überrascht an, was ich ihnen nicht verdenken kann. Immerhin sind wir zu viert, aber Four tut so, als wären die andere nicht da. Er spricht nur mit mir.
„Du siehst ganz verändert aus.“ Seine Stimme, die sonst immer knapp klingt, ist schleppend.
„Du auch.“ Und das stimmt – er wirkt entspannter, jünger.
„Was tust du hier?“
„Ich flirte mit dem Tod“, antwortet er lachend. „Ich trinke am Abgrund. Wahrscheinlich keine gute Idee.“
(Seite 245/246)

Kurze Zusammenfassung:

Kurze Zusammenfassung des Beginns

Beatrice ist sechzehn Jahre alt und wird beim Eignungstest für die Fraktionen als Unbestimmte diagnostiziert. Man warnt sie davor, dies auch nur einer Menschenseele anzuvertrauen. Da der Test sonst eine Richtlinie für die Entscheidung ist, muss Beatrice sich nun ganz alleine entscheiden ohne eine solche Hilfe. Sie entscheidet sich für die Ferox, die furchtlose Partei. Ihr Bruder geht unerwartet zu den Ken, die nach Wissen streben. Bei den Ferox nennt sich Beatrice von nun an Tris und muss sich während der Initiation gegen die anderen Fraktionswechseler und gebürtigen Ferox durchsetzen. Sollte sie es nicht schaffen, endet sie als Fraktionslose auf der Straße und kann nicht zu ihren Eltern zurückkehren, da dies untersagt ist.
Eine spannende und unerwartete Wendung, erschüttert ihr Leben danach jedoch noch mehr, als der Fraktionswechsel es je gekonnt hätte. Hier zeigen sich ihre wahren Stärken.

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Gesamteindruck von „Die Bestimmung“:

Der Gesamteindruck ist für mich persönlich wirklich gut! Anders als viele andere kann ich mich gut in die Welt hineinversetzen. Ich liebe Dystopien und daher fiel es mir gar nicht schwer, mir so eine düstere, verfallene Welt vorzustellen.
Auch das Fraktionssystem hat mir sehr gut gefallen und wie Tris sich bei den Ferox einlebt. Ich war direkt Feuer und Flamme für das Setting des Buches und habe gedanklich alle Menschen in meinem Umfeld in die verschiedenen Fraktionen „eingeteilt“.
Roth bringt sehr viele Aspekte der anderen Fraktionen ein und für mich ist das Fraktionssystem damit fast greifbar. Wenn ein anderer Initiant von seiner alten Fraktion erzählt, wirkt es sehr real und von der Autorin sehr gut und detailliert durchdacht. Man merkt, wie viel Gedanken sich Roth um die Welt, das System und das Setting gemacht hat. Ich fand es fast schon schade, nicht noch mehr über das Leben bei den Ferox erfahren zu können.
Die Hauptcharaktere, vor allem Tris und Four, sind manchmal ein wenig klischeehaft. Man darf allerdings nicht vergessen, dass beide erst 16 bzw. 18 Jahre alt sind. Die Charaktere sind sicherlich nicht einzigartig, haben aber trotzdem Unterhaltungswert.
Von der Story her ist das Buch für mich aktuell ziemlich einzigartig. Natürlich gibt es viele Bücher mit verschiedenen Fraktionen, aber in dem Stil habe ich noch nichts gelesen.
Vor allem im Verlauf der nächsten Bücher wird die Story ziemlich vielfältig und wirkt dagegen im ersten Buch noch etwas langsam.

Der Gesamteindruck wird für mich nur etwas davon getrübt, dass ein plötzlicher Umbruch passiert. Es ist ein einschneidendes Erlebnis, das alles auf den Kopf stellt und die Story geht vom Leben bei den Ferox weg. Die Geschichte ist danach immer noch gut, allerdings hätte ich wie gesagt lieber mehr über die Ferox erfahren und hätte gerne erlebt, wie Tris noch länger dort bleibt.
Daher gibts von mir nur 4 1/2 Kirschblüten. Die Serie um „Die Bestimmung“ ist auf jeden Fall lesenswert!vierhalb

 

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